
Freispruch für Ex-Bürgermeister von Lünen
Lünens ehemaliger Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns ist freigesprochen.
Veröffentlicht: Donnerstag, 07.05.2026 11:16
Vorwurf: Verletzung des Dienstgeheimnisses
Gerade ist das Urteil am Landgericht Dortmund gefallen - das bestätigte uns eine Sprecherin. Somit bleibt der Freispruch aus November letzten Jahres bestehen. Kleine-Frauns wurde die Verletzung des Dienstgeheimnisses vorgeworfen. Damals ging die Staatsanwaltschaft in Berufung. Der damalige Bürgermeister leitete eine E-Mail, die seinen Stellvertreter Daniel Wolski belastete, an diesen weiter und verschob sie in den Papierkorb. Dass an dem Hinweis etwas dran war, zeigte sich erst deutlich später: Wolski wurde inzwischen wegen Sexualstraftaten zu einer Haftstrafe verurteilt.
Die Hintergründe im Detail
2023 hatte Jürgen Kleine-Frauns eine E-Mail bekommen. Darin waren Anschuldigungen gegen Daniel Wolski im Zusammenhang mit sexuellen Missbrauchs. Jürgen Kleine-Frauns leitete die Mail an Wolski selbst weiter - und schob sie danach in den Papierkorb. Das Landgericht begründete heute in der Entscheidung: Bei den Taten sei kein Vorsatz erkennbar. Aus damaliger Perspektive ist es nachvollziehbar, dass Kleine-Frauns von einer Schmutzkampange gegen seinen Stellvertreter ausging. Erst später kam aber heraus, dass an den Vorwürfen etwas dran war: Daniel Wolski wurde vor zwei Jahren wegen sexuellen Missbrauchs von Jugendlichen zu einer Gefängnisstrafe verurteilt.
Fall Wolski insgesamt noch nicht abgeschlossen
Nach dem Freispruch von Lünens ehemaligen Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns ist der Fall um Daniel Wolski immer noch nicht juristisch abgeschlossen. Die dritte Revision von Daniel Wolski steht immer noch aus. Erst im Mai 2024 und dann nochmal im Dezember 2025 wurde er schuldig gesprochen und bekam eine Haftstrafe. Die lag nach dem Urteil im Dezember bei drei Jahren und drei Monaten. Daniel Wolski will aber eine Bewährungsstrafe. Der Bundesgerichtshof entscheidet jetzt, ob das Strafmaß nochmal neu verhandelt wird. Bis es da eine Entscheidung gibt, könne es laut dem Bochumer Landgericht aber noch Monate dauern. Daniel Wolski war im Dezember wegen sexuellen Missbrauchs und den Besitz von Kinderpornografie verurteilt worden.

