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50 Jahre, 50 Köpfe #47: Gunter Demnig
© Antenne Unna
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50 Jahre, 50 Köpfe #47: Gunter Demnig

Seine Kunstwerke sind überall im Kreis Unna zu sehen - und zwar, wenn ihr auf den Boden guckt. Der Künstler Gunter Demnig ist der Erfinder der Stolpersteine.

Veröffentlicht: Montag, 15.12.2025 13:00

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Vom Künstler zum Kämpfer gegen das Vergessen

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1947 wird Gunter Demnig in Berlin geboren - er wächst in Berlin und Nauen auf. Später studiert er Kunstpädagogik und Kunst. 1985 eröffnet er in Köln ein eigenes Atelier. Und hier beginnt auch sein künstlerisches Gedenken an die Menschen, die in der NS-Zeit verfolgt und oft auch getötet wurden: mit einer Gedenkspur für die in Köln nach Auschwitz deportierten Sinti und Roma. Vielen Kölnern war vorher gar nicht bewusst, dass das eigentlich ihre katholischen Nachbarn waren, die schon seit Jahrhunderten in der Stadt gelebt haben.

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Erster Stolperstein wird illegal verlegt

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In den 90er Jahren startet er dann mit einem ersten Stolperstein. Diesen verlegt er ohne Genehmigung vor dem Kölner Rathaus. Der Stein darf dort liegen bleiben, der Startschuss für viele weitere Gedenksteine. Mittlerweile gibt es mehr als 123.000 Steine in 32 Ländern in Europa. Und auch wenn das Verlegen der Steine für ihn Routine sein könnte, ist es das für ihn nicht. Jedes Gedenken ist anders, mal sind Schüler dabei, mal auch Angehörige - genau darüber freut sich Gunter Demnig.

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Auch Morddrohungen können ihn nicht stoppen

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Rund 800 seiner Stolpersteine sind bisher gestohlen worden. Mal hatten es die Diebe auf die Metallplatten abgesehen, mal waren es politische Motive. Wenn Steine gestohlen wurden, konnten sie durch Spenden schnell wieder ersetzt werden. Das macht Gunter Demnig Hoffnung. Er selbst hat schon drei Morddrohungen bekommen, bei der Verlegung der Stolpersteine gab es aber noch nie Probleme. In den letzten Jahren hat Gunter Demnig eine Stiftung gegründet, die mehrere Mitarbeiter hat und sich um den Fortbestand des Stolperstein-Projekts kümmern soll.

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Die sechs Stolpersteine sind für die Familie Rosenbaum an der Borker Straße 5 in Lünen verlegt worden.
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Gunter Demnig
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