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50 Jahre, 50 Köpfe #46: Horst Höfer
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50 Jahre, 50 Köpfe #46: Horst Höfer

Ein Bergwerk in Unna? Das gab es lange Zeit im Garten vom ehemaligen Bergmann Horst Höfer. Zehntausende Menschen besuchten die "Fröhliche Morgensonne".

Veröffentlicht: Dienstag, 09.12.2025 13:00

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Vom Pferdejungen zum Bergmann

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Horst Höfer begann seine Laufbahn im Bergbau 1947 im Alter von nur 15 Jahren auf der Zeche Caroline in Holzwickede. Dort kümmerte er sich durch seine ländliche Herkunft als Pferdejunge um die Grubenpferde und gehörte zu den letzten Grubenpferdeführern. Bald wurde aber klar - Horst Höfer soll Bergmann werden. Die Zeche ermöglichte ihm die Ausbildung, welche er schließlich mit der Knappenprüfung abschloss. Nach der Stilllegung im Jahr 1952 wechselte er auf die Zeche Königsborn II/V in Kamen-Heeren und stieg dort erst zum Elektrohauer, dann zum Oberhauer auf. Seine letzten Berufsjahre arbeitete Horst Höfer auf der Zeche Heinrich-Robert in Hamm. Nach 35 Jahren unter Tage ging er in Rente. Seine Leidenschaft für den Bergbau hörte aber auch dann nicht auf.

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Eigenes Bergwerk im Garten

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Nach dem Ende seiner aktiven Zeit unter Tage hatte Horst Höfer eine besondere Idee: Er sammelte gemeinsam mit seiner Frau Doris Bergbauutensilien, einige davon über 200 Jahre alt, und stellte sie in seinem Garten aus. So entstand ein eigenes Bergbaumuseum in Unna-Stockum – die „Fröhliche Morgensonne“. Bis auf Großmaschinen konnten die Besucher dort über Jahrzehnte vier Stollen in Originalgröße bestaunen. Daneben besaß Horst Höfer eine Filmrequisite aus dem Film "Was nicht passt, wird passend gemacht", Bergmannskleidung, Helme, hunderte Exponate aus den Zechen oder auch Mineralien. In seinem Garten entstand ein Stück Bergbaugeschichte.

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Zeitreise in die Vergangenheit des Bergbaus

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Zehntausende Menschen besuchten Horst Höfer in Unna-Stockum, um sich auf eine Zeitreise zurück in den Bergbau der 1950er-Jahre zu machen. Im Fahrbuch der "Fröhlichen Morgensonne" waren sie alle verewigt. Auch viele Schulklassen wurden mit einem "Glück auf!" begrüßt. Bei Horst Höfer konnten sie die Bergbaugeschichte hautnah miterleben. Er erzählte ihnen von seiner Zeit unter Tage, zeigte ihnen wie schwer so ein Bergmannsgürtel war und sang mit ihnen das Steigerlied. 2019 erhielt Horst Höfer für sein Engagement und den Erhalt der Bergbaugeschichte das Bundesverdienstkreuz. Im Alter von 92 verstarb er im November 2024.

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Fenja Lykka Langbein50 Jahre, 50 Köpfe #46: Hörst Höfer
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